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Ausstellungen

Donnerstag, 21. Januar 2021, Beginn 11:00

Ein Glanzstück zum 120. Geburtstag von Johannes Lebek

Am 21. Januar 2021 jährt sich der Geburtstag des Zeitzer Holzschneiders Johannes Lebek zum 120. Male. Ein Buch und eine Ausstellung soll Lebek zum Geburtstag geschenkt bekommen.

Auf der Homepage des Museums Schloss Moritzburg Zeitz www.museum-moritzburg-zeitz.de wird monatlich ein Glanzstück aus den Sammlungen des Museums mit Foto und Beschreibung vorgestellt. Eine Idee der Redakteure und Initiatoren des Internetauftritts für das Museum: von Reiner Eckel und Roland Rittig aus der Fördergesellschaft des Schlosses Moritzburg Zeitz e.V..

Für den Januar 2021 wurde zu Ehren des Zeitzer Künstlers ein Glanzstück aus seinem umfangreichen Nachlass, dem  Depositum „Elisabeth und Hubert Wegner“, ausgewählt. Im Oktober 2020 – noch nachzulesen – war es der große Holzschnitt „Altmarktumbau“ in Zeitz von 1937, nun ist es ein handgeschriebenes Geschichten- und Skizzenbuch.

Lebek schrieb in dieses selbst gebundene als „SK47“ bezeichnete Buch während seiner Kriegsgefangenschaft in Frankreich im Jahre 1945. Er ersann darin als erstes die autobiografische Holzschnittgeschichte „Häuser der Kindheit“ und zeichnete fernab der Heimat die vielen Häuser, in denen er mit seinen Geschwistern und Eltern gewohnt hatte. Die Familie Lebek war sehr oft innerhalb von Zeitz umgezogen, auch nach dem frühen Tod des Vaters immer wieder, denn die Mutter musste dann ihre 6 Kinder allein versorgen. Lebek kam wegen der Notsituation der Familie schließlich mit seinem älteren Bruder in ein Waisenhaus in Torgau, was er auch hier in einer 2. Erzählung beschreibt und mit Zeichnungen illustriert. Unsere Dauerausstellung im Lebek-Zentrum trägt den Namen seiner mit 99 Holzschnitten illustrierten Geschichte, die er selbst kurz nach dem Krieg als Handpressendruck in 6 Buch-Exemplaren in Zeitz realisierte. Im Jahr 1984 gab sein Schwiegersohn Hubert Wegner noch eine 2. Auflage des Buches „Häuser der Kindheit“ als Privatdruck heraus. 300 Exemplare wurden als Blockbücher in Hannover, Druckerei Küster hergestellt, die Holzschnitte von den Original-Holzstöcken gedruckt, handnummeriert und von Lebek signiert. Für eine Spende von 40 Euro kann man ein solches kostbares Buch im Lebek-Zentrum erwerben.

Noch zehn andere Märchen und Geschichten füllen die in oft winziger Schrift beschriebenen Seiten von „SK47“, unterbrochen von kleinen Skizzen erfundener Welt oder der Welt seiner Erinnerungen. Auch das von ihm erdachte Traummärchen „Die Springsteine“ ist hier handschriftlich in einer Version erhalten. Lebek hat es mit Holzstichen und auch Lithografien insgesamt 4 x auf verschiedene Weise illustriert und auch immer wieder umgeschrieben. Die Bücher der im Alster Verlag erschienenen Ausgabe von 1947 zerfallen aber zusehends wegen des verwendeten stark säurehaltigen Papiers. Ein neues Buch soll nun mit seinem Märchen und Zeitzer Kinderholzschnitten als Handpressendruck entstehen und ein Geschenk zum 120. Geburtstag werden.

Das handgefertigte Buch entsteht in diesem Schuljahr in der Druckwerkstatt des Lebek-Zentrums im Torhaus von Schloss Moritzburg Zeitz. Die Arbeiten Lebeks waren Vorbild für die Kinder, die seit Ende September 2020 bereits unter Anleitung von Ulrike Trummer, Bildhauerin und Mitarbeiterin des Museums, intensiv am Geschenk für den Zeitzer Holzschneider arbeiteten. Die SchülerInnen der 4. Klasse der Grundschule Rasberg werden nach dem Lockdown weiter arbeiten, mindestens 12 Veranstaltungen sind geplant. Die Kinder machen dafür selber Holzschnitte, drucken und binden dann ihre eigenen Exemplare mit selbst gestaltetem Kleisterpapiereinband.

In der „Geburtstags-Ausstellung“, die am Tag des Offenen Denkmals im September 2021 eröffnet werden soll, wird „SK 47“ und die Handpressendrucke der Springstein-Bücher von Lebek selbst und auch das Buch der Kinder zu sehen sein.

 

Kunst- und Museumspädagogische Zentrum „Johannes Lebek“

im Torhaus des Schlosses Moritzburg Zeitz

Tel. 03441 / 688 151

E-Mail: lebekzentrum@stadt-zeitz.de

www.museum-moritzburg-zeitz.de

http://www.johanneslebek.de/

Foto: Stadt Zeitz



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