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Konzerte/Lesungen

Samstag, 28. September 2019, Beginn 15:00

Landesliteraturtage 2019 im Schloss Moritzburg

Erhard Preuk, Roland Rittig und Kurt Wünsch

Die Erfindung der Vernunft

Szenische Lesung eines Stücks, das in Halle erfolgreich aufgeführt wurde. Zeitz bietet sich als Aufführungsort im Rahmen der gegenwärtigen Ausstellung  „Bildung und Fürsorge im Zeitalter des Barock“ an.

Erhard Preuk, Roland Rittig und Kurt Wünsch schildern in einem fiktiven Streitgespräch zwischen dem streng bibeltreuen Pietisten August Hermann Franke (1663-1740 ) und dem Frühaufklärer Christian Wolff (1679-1754)  das Ringen um die richtigen Antworten auf die Fragen nach Gott und die Welt.   Wolff setzte dabei auf die Vernunft, mit deren Hilfe geforscht und gedacht werden sollte. August Hermann Francke genügten die seiner Meinung nach unerschütterlichen Wahrheiten der Bibel. Der Preußenkönig Friedrich Wilhelm I., offiziell Rektor der halleschen Universität mischte sich lange Zeit nicht wirklich ein. Er hatte andere Sorgen, musste sehen, sich halbwegs heraus zu halten. Böswillige Intrigen veränderten jedoch die Einstellung des Königs. Üble Verdächtigungen reichten aus, um 1723 zu verfügen, dass der Aufklärer Wolff unter Androhung des Galgens Halle innerhalb von 24 Stunden zu verlassen habe. So kam es zu dieser Zeit zum weltweit beachteten „halleschen Streit“. Wolff verließ die Saalestadt und ging nach Marburg, wo er begeistert empfangen wurde, kehrte aber nach dem Tod von Friedrich Wilhelm I. und dem Beginn der Herrschaft von Friedrich I. 1740 nach Halle zurück, wo ihn Studenten und Bürger zujubelten. Im halleschen Streit gab es am Ende keinen Sieger. Francke und seine Stiftungen überlebten und vergrößerten sich. Die Aufklärung setzte sich an vielen Orten durch, was auch neuen Erkenntnissen der Naturwissenschaften geschuldet war.

Zugang barrierefrei.

Foto: Carlo Böttger



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