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Ausstellungen

Donnerstag, 15. Oktober 2020, Beginn 10:00

Tim von Veh – „Schauplatz der Eitelkeiten“

Wandbild, 157 Radierungen für eine Collage ca. 3 m x 12 m, 2018–2020

Nordwand des Großen Festsaales von Schloss Moritzburg an der Elster in Zeitz

Das Wandbild „Schauplatz der Eitelkeiten“ an der Nordwand des Großen Festsaales des Schlosses Moritzburg ist nun vollendet.

Der Künstler Tim von Veh hat am 17. September 2020 nach über 2 Jahren intensiver Arbeit die letzte der 17 lebensgroßen Figuren aus der Zeitzer Barockzeit fertiggestellt.

Dieses Meisterwerk sucht seinesgleichen und findet es nicht! „Hat so etwas schon mal einer gemacht?“, fragt Tim von Veh immer wieder und die Antwort lautet: „Unseres Wissens nach nicht.“ Allein die Größe der Szenerie von etwa 3 m x 12 m, die Besonderheit der Ausführung als Collage von 157 Radierungen auf Kupferplatten und eines Vielfachen ausgeschnittener und direkt auf die Wand geleimter Handpressendrucke, macht es einzigartig.

Herzog Moritz von Sachsen-Zeitz, sein Sohn und Nachfolger Moritz Wilhelm mit ihren Gattinnen und einigen ihrer Kinder stehen als lebensgroß grafisch ausgeführte Figuren an der Nordwand des Großen Tafelgemachs von Schloss Moritzburg Zeitz erhöht auf einem Sockel. Maßgebliche historische Persönlichkeiten der Zeitzer Residenzzeit haben ebenso ihren Auftritt: z.B. der Kanzler am Zeitzer Hof  Veit Ludwig von Seckendorff, der Hofkapellmeister Heinrich Schütz oder August der Starke, Kurfürst von Sachsen, ein Großneffe unseres Herzogs.

„Fürstenlinien“ könnte man das Werk auch passend betiteln. Nicht nur wegen des Adels der sorgfältig porträtierten und mit maßvollen Gesten und Blicken ausgestatteten herzoglichen Familienmitglieder und Zeitgenossen. Auch jede per Hand gezeichnete, schließlich geätzte und auf der großen Handpresse im Atelier gedruckte Linie ist hier fürstlich und beherrscht vom Künstler. Tim von Veh scheut die Mühen der graphischen Technik des Tiefdrucks nicht, er will und braucht deren Wirkung für sein Werk, steigert sie durch die Nutzung von langfaserigen hauchdünnen Papieren, die manches Mal auch durchscheinend sind und edle Stoffe und Spitzen, Schleifen und Schmuck der fürstlichen Garderobe feiern.

Ein wirklich großer „Platz zum Schauen“, zum Begeistern der Augen ist hier entstanden.

Die Komposition ist wahrlich überzeugend und das Spiel mit unzähligen, Aufmerksamkeit fordernden Details, nimmt die Betrachter gefangen. Die „Eitelkeit“ will hier im barocken Sinne verstanden sein als die Vergänglichkeit, die allem und jedem innewohnt.

Der Maler und Grafiker Tim von Veh wurde 1963 in Riesa geboren. Von 1987 bis 1992 studierte er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und erwarb sein Diplom bei Professor Arno Rink, es folgten 2 weitere Jahre Meisterstudium bei Professor Ulrich Hachulla. Ab 1995 war er als freischaffender Künstler u.a. in Berlin, Leipzig und Dresden tätig, außerdem erhielt er mehrere Auslandsstipendien.

Seit 2013 lebt und arbeitet Tim von Veh in Muschwitz, im Burgenlandkreis.

Foto: Stadt Zeitz



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